Nicht jeder beachtet es, aber die Schweiz ist auch ein Mekka für Filmszenen und Kulissen. Ob moderne Filme wie Bourne Identity oder James Bond, entweder haben die Protagonisten im Film ihre Millionen auf einer Schweizer Bank liegen (das Klischee muss schließlich bedient werden), oder aber es gibt faszinierende Action-Szenen vor imposanten Bergwelten.

Nicht ganz so bekannt dagegen ist, dass auch die Kult-Fiktions-Figur Sherlock Holmes seinen eigenen Platz in der Schweiz hat. Wer die Bücher gelesen hat weiß, dass er am Reichenbachfall seinen großen Showdown gegen seinen grössten Feind Professor James Isaac Moriarty hatte und mit ihm dort in die Tiefen stürzte.

Der Autor von Sherlock Holmes Arthur Conan Doyle war wegen seiner erkrankten Frau zu einem Besuch in der Schweiz und bei einem Ausflug zum Reichenbachfall wurde ihm klar: hier soll Sherlock sterben (auch wenn er hier eigentlich dann doch nicht gestorben ist ;-)). Soweit zu Geschichte und Kultur, widmen wir uns nun unserem Ausflug: „Auf den Spuren von Sherlock Holmes„.

Wir nutzten einen der ersten wirklich schönen Tage in 2014, um uns Richtung Berner Oberland aufzumachen. Die Autofahrt von Aargau aus ging über den Brünig hoch nach Hasliberg, dann wieder runter nach Meiringen und rüber zum Reichenbachfall. Knapp etwas mehr als eine Stunde relaxte Fahrt.

Angekommen an der Reichenbachfallbahn erwartete uns ein Parkplatz direkt vor der Tür, auf dem schätzungsweise zwischen 30-50 Autos Platz haben sollten. Die Fahrt mit der Reichenbachfallbahn ist schon ein kleines Abenteuer, denn zum einen ist sie sehr nostalgisch und zum zweiten offen, so dass man nicht rechts oder links rausschauen sollte, wenn man nicht schwindelfrei ist. Die Bahn fährt jede halbe Stunde und die Fahrt dauert ca. 5 Minuten.

Blick vom Reichenbachfall aufs Tal hinunter.

Blick vom Reichenbachfall aufs Tal hinunter.

Oben angekommen, erreicht man eine sehr kleine Bahnstation hinter derem Ausgang auch schon direkt der Wasserfall zu sehen ist. Von hier beginnt die Wanderung um den Reichenbachfall herum zu verschiedenen Aussichtsplattformen. Diese Plattform ist sehr schön angelegt worden.

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Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass man einen Kinderwagen gut in die Bahn bekommt, ist spätestens ab hier Schluss mit Kinderbeförderung auf Rädern. Eine etwas steilere Treppe führt hinauf zu den Plattformen und auch wenn diese Route mit normalen Schuhen (T1) bewältigt werden kann, körperlich aufgrund des Alters oder der Kondition eingeschränkte Menschen haben eine nicht ganz einfache Aufgabe vor sich.

Fitte Hunde können hier gerne mit. Unser Goldie hat es leicht mit der Hüfte und daher würde ich ihn persönlich nicht mit auf diesen Weg nehmen. Abgesehen davon, auch wenn es ein Wasserfall eventuell vermuten lässt, hier oben gibt es keine Möglichkeit für die Vierbeiner ins Wasser zu springen. Selbst wenn es möglich wäre die Absperrungen zu umgehen, es ist viel zu gefährlich aufgrund der doch vorhandenen Wasserkraft, die ein solcher Wasserfall erzeugt.

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Nach ca. 15-20 Minuten gemütlicher, aber ansteigender Wanderung erreicht man den letzten Aussichtspunkt und von hier aus in 3-5 Minuten eine Gaststätte, die wir aber nicht ausprobiert haben, da es noch weiter zur Aareschlucht gehen sollte. Darüber berichten wir im nächsten Post „Vom Reichenbachfall zur Aareschlucht“ (coming soon).

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Fazit: das der Autor von Sherlock Holmes den Reichenbachfall als Grundlage für einen tragischen Sturz des Protagonisten in den Tod gewählt hat, ist nach einem Besuch dort durchaus verständlich. Der Wasserfall ist nicht so spektakulär wie die Niagara-Fälle und auch nicht der grösste der Schweiz. Aber so idyllisch wie er in die Umgebung eingebettet ist und mit seinem schon kraftvollen Rauschen in die Tiefe hat er das Potential zu solch einem großen Finale.

Persönlich kann ich diesen Ausflug jedem empfehlen, der gerne Natur, Wasserfälle und nostalgische Bergbahnen mag und dabei etwas „spazieren“ möchte, ohne gleich die Wanderschuhe anziehen zu müssen. Wer doch dann auch gerne noch etwas wandern möchte, dem empfehlen wir die Anschlussroute „Vom Reichenbachfall zur Aareschlucht“ (coming soon).