Eigentlich könnte man alleine über die Aareschlucht einen eigenen Artikel schreiben. Da wir selber aber nicht die „wir fahren mal hin, steigen aus, gehen durch und steigen wieder ein“ Freunde sind, sondern uns auch gerne ein paar Meter bewegen, nutzten wir unseren Besuch beim Reichenbachfall zu einem „Hüpfer“ rüber zur Aareschlucht.

Wer sich also auch gerne die Beine noch ein wenig vertritt, dem können wir diesen Trip bestens empfehlen, egal in welche Richtung. Alle anderen nehmen den Teil der Aareschlucht als Bewertung und genießen einen kurzen aber schönen Spaziergang durchs „finstere Tal“ 😉

Wie im Artikel „Auf den Spuren von Sherlock Holmes“ beschrieben, machten wir uns jüngst auf, um mit der Reichenbachfallbahn zum „Todesort“ des Super-Detektivs zu fahren. Unser Auto stand somit an der Talstation der Bahn und wir waren ganz oben am obersten Aussichtspunkt des Wasserfalls.

Wir schauten auf die Karte und sahen nicht weit weg den Hinweis auf die Aareschlucht. Am Restaurant oben fanden wir ein Schild, welches uns die Richtung wies (an der Strasse links einen kleinen Weg hinein). So machten wir uns auf den Weg dessen Begehung laut Schild ca. 60 Minuten dauern sollte. Unsere Tochter (5 Jahre) war dabei und auch immer noch wohlgelaunt, somit konnten wir das „Risiko“ eingehen.

Zuerst einmal muss ich sagen, war es sehr gut, dass wir unsere Wanderschuhe angezogen hatten. Zwar kann man den Reichenbachfall durchaus mit normalen Schuhen begehen, das änderte sich jedoch ab dieser Stelle. Der Weg wird als T1/T2 ausgewiesen, er ist auch nicht wirklich steil oder gefährlich. Allerdings besteht er die ersten 2 Kilometer aus reinem Gefälle auf rutschigen Steinen. Wer seinen Hund dabei hat sollte schauen, dass dieser nicht zu stark zieht, das könnte entsprechend schmerzhaft enden.

Weg vom Reichenbachfall zur Aareschlucht

Weg vom Reichenbachfall zur Aareschlucht

Nachdem man den Abstieg geschafft hat, erreicht man einen etwas graderen Waldweg, der gemütlich zu gehen ist und in einem schönen Dorf am Fusse des Tales endet. Von hier hat man eine tolle Aussicht ins Tal hinein, mit Blick bis hin zum Eiger, wenn es das Wetter zulässt.

Weg vom Reichenbachfall zur Aareschlucht

Weg vom Reichenbachfall zur Aareschlucht

Im Dorf selber findet man dann ein Schild, dass noch ca. 30 Minuten Geh-zeit ausweist. Wir waren nun schon eine Stunden unterwegs, ich gehe also davon aus, dass diese Zeiten nicht das Mitführen von kleineren Kindern berücksichtigt. Die wollen auch einmal stehenbleiben und die Blumen bewundern, oder gehen halt einfach auch einmal einen Schritt langsamer.

Weg vom Reichenbachfall zur Aareschlucht

Weg vom Reichenbachfall zur Aareschlucht

Nach weiteren 45 Minuten am Straßenrand entlang erreichten wir dann einen der Eingänge der Aareschlucht. Er liegt mitten in einer Kurve an der Strasse und man kann wunderbar auf die Aare hinunter blicken und erst einmal im Cafe etwas kaltes oder warmes genießen.

Der Eintritt zur Aareschlucht kostete zu dem Zeitpunkt (Mai 2014) pro Erwachsener 8.50 CHF. Für unsere Kleine war, wie vieles in der Schweiz, der Eintritt kostenlos, da Kinder meist erst ab 6 Jahre bezahlen.

Tolle Schluchten gibt es auf der Welt einige und von allen, die ich bisher gesehen habe, ist die Aareschlucht neben der Partnachklamm in Garmisch Partenkirchen (DE) eine der interessanteren. Sie besticht nicht durch Dimensionen von Kilometern oder Höhen wie einige Bergstrukturen in den USA, sondern eher durch ihre Struktur und ihre Begehungsmöglichkeit. So wurde bis auf kurze Strecken der Weg durch die Schlucht nicht in den Fels gesprengt, sondern mittels eines Gerüsts an die Seitenwand gehängt. Wenn man es von etwas weiter betrachtet, geht man also über dem Wasser.

 

Aareschlucht

Aareschlucht

Aareschlucht

Aareschlucht

Die Aareschlucht hat zwei Ein-/Ausgänge und so kann man einmal quer durch, ohne zurückgehen zu müssen. Es sei denn, man hat sein Auto noch auf der anderen Seite geparkt 😉 Da unser Auto noch an der Reichenbachfallbahn stand, mussten wir nicht mehr zurück. Der Wander-Kreislauf zwischen dem Weg aus diesem Artikel und dem Artikel „Auf den Spuren von Sherlock Holmes“ war somit geschlossen.

Am Anfang führt ein ca. 1 Meter breiter Weg durch das Tal, dieser wird mit der Zeit jedoch immer enger. Zum Schluss muss man sich sogar etwas über das Geländer beugen, um an den hervortretenden Felsen vorbeizukommen. Oder man bückt sich etwas und geht durch die niedrigen Tunnel, die streckenweise parallel zum Steg in den Felsen gesprengt wurden. Geht man gemütlich durch die ganze Schlucht und schaut hier und da mal, dann dauert der Durchgang ca. 20-40 Minuten.

Aareschlucht

Aareschlucht

Aareschlucht

Aareschlucht

Aareschlucht

Aareschlucht

Kleine Kinder (< 4 Jahre) sollte man besser an die Hand nehmen. Zwar gibt es ein Geländer, aber es ist nicht so dicht, dass man als kleineres Lebewesen nicht durchschlüpfen könnte. Und da einem auch manchmal Leute entgegenkommen, ist es ratsamer, seinen Nachwuchs entsprechend kontrolliert über den Steg zu führen.

Hunde können und dürfen mit, ich frage mich nur: warum sollten sie? Wenn ein Hund bei der vorherigen Wanderung dabei war, dann kann er ja schlecht irgendwo anders bleiben und man kann ihn durchaus mitführen. Wenn man allerdings einfach nur die Aareschlucht besucht, dann sollte man seine Vierbeiner besser zu Hause lassen. Erstens kann auch ein Hund durch das Gelände schlüpfen und Wasser reizt Tiere immer, zweitens ist es auch teilweise sehr eng dort. Menschen die einem entgegenkommen, machen den Weg dann noch einmal enger. Es gibt für Hunde in dieser Schlucht übrigens nichts zu sehen, was sie interessieren könnte! 😉

Fazit: Der komplette Ausflug (Rheinbachfall – Wanderung zur Aareschlucht – Aareschlucht) sind ca. 11km Strecke und dauert ungefähr 4.5 Stunden. Alles an diesem Ausflug ist empfehlenswert, eine schöne Mischung zwischen Sehenswürdigkeite, interessanter Natur und gemütlicher Wanderung. Kinder ab ca. 5 Jahre können jederzeit mit und finden bestimmt auch das ein oder andere interessante unterwegs. Für Hunde ist der Ausflug bedingt geeignet, aber nicht generell ablehnbar.

Weitere Infos, Bilder und Links folgen in Kürze.